Von der Gründungszeit bis zur Auflösung im Dritten Reich

1890

Das genaue Gründungsjahr der Musikkapelle Oberstetten lässt sich heute leider nicht mehr feststellen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1890. Die Pfarrchronik der Heiligkreuzkirche erwähnt die Mitwirkung der Oberstetter Musikanten bei der Hochzeitsfeier eines Joachim Schuster mit Regina Fromm in Ödenwaldstetten. Die Namen der Gründungsmitglieder sind nicht überliefert, jedoch existieren einige schriftliche Nachweise über das Wirken dieses damals sehr kleinen Musikerkreises.

1896

Erster namentlich genannter Dirigent war Alois Mäuerle, unter dessen Führung die Kapelle so manchen Hochzeitstanz im Dorf, aber auch in der näheren Umgebung gestaltete. Ebenso beteiligten sie sich bei Vereinsfesten und Festumzügen. Schon damals war es Tradition, dass die Oberstetter Musikanten bei Faschingsumzügen und abendlichen Faschingstänzen spielten.

1910

Die erste journalistische Veröffentlichung erschien im Alb-Boten, Ausgabe vom 1. März 1910: “Oberstetten, 26. Februar (Korresp.). Das hohe Geburtsfest Seiner Majestät unseres in Ehrfurcht geliebten Königs wurde gestern in herkömmlicher Weise gefeiert. Die Mitglieder des Militärvereins und die bürgerlichen Kollegien versammelten sich im Gasthaus Adler, von wo aus sich ein stattlicher Festzug, voran die Musikkapelle, mit der Vereinsfahne, nach der Pfarrkirche bewegte“. Im gleichen Artikel wird noch von der Königsfeier in einem Lokal berichtet; “Die hiesige Musikkapelle und der Militärgesangverein trugen noch wesentlich zur Verschönerung der Feier bei und sein allen Mitwirkenden bestens gedankt. So verlief auch das diesjährige Königsfest des Militärvereins in schönster Harmonie.“

1920

Die Wiederaufnahme der musikalischen Aktivität erfolgte 1920 unter der Federführung von Wilhelm Mäuerle (Sohn von Alois Mäuerle). 19 Jahre hatte er das Dirigentenamt inne, und führte seine Kapelle neuen Aufgaben und Zielen entgegen. Unter anderem führten sie das Tagwache-Blasen am Skapulierfest ein, und in der Weihnachtsnacht wurden vom Kirchturm religiöse Lieder gespielt.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939 wurde die Musikkapelle erneut auseinandergerissen.

1912

Im Jahre 1912 verunglückte Dirigent Alois Mäuerle tödlich, was eine kurzfristige Auflösung der Musikgemeinschaft nach sich zog. Schon im folgenden Jahr formierte sich die Kapelle neu unter der Leitung von Anton Jaudas.

Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde der musikalischen Arbeit ein jähes Ende bereitet.

Der Neubeginn nach dem Krieg

1946

Schon während der schwierigen Nachkriegsphase fanden sich 1946 sechs musikbegeisterte Männer, die sich unter der Leitung von Josef Schwörer zu einer neuen Kapelle formierten.

1951 übernahm Karl Raach im Alter von 19 Jahren den Dirigentenstab. Er setzte in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe 

1967

Die weiteren Jahre sind geprägt von kleineren Ereignissen, von Kulturbeiträgen in gewohnter Manier und der Mitgestaltung kirchlicher Feste.

sitzend: Matthias Raach, Fritz Knupfer

stehend: Dominikus Mattheiß, Josef Schwörer, Josef Burkhart, Kaspar Schwörer, Georg Raach, Karl Raach, Josef Raach

1965

Im Verlauf der nächsten Jahre vergrößerte sich die Kapelle, so dass man sich beim ersten Musikfest anlässlich des 75-jährigen Bestehens mit einer ansehnlichen Anzahl von 26 Musikanten und 9 Jungmusikern präsentierten konnte. Das Jubiläum wurde gebührend gefeiert.

Die altgediente Militär-Uniform wurde durch eine volkstümliche Tracht ersetzt, welche bis heute unser Markenzeichen geblieben ist

1970

Ernst Schwörer übernahm 1970 von Matthias Mohr das Amt des 1. Vorsitzenden, um sich mit großem Engagement für die Musikgemeinschaft einzusetzen.

1974

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1976

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Karl Granger, 21 Jahre

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